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In Deutschland gibt es eine große Anzahl ambulanter und stationärer Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. In den letzten Jahrzehnten hat die Bedeutung von Sport und körperlicher Aktivität als rehabilitative und therapeutische Mittel deutlich zugenommen. Dafür sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend: Die demografische Entwicklung (mehr ältere Patienten), ein erweitertes Indikationsspektrum (mehr co- und multimorbide Patienten) sowie ein verstärkter Fokus auf Prävention. Hinzu kommt eine stärkere Vernetzung präventiver, akuter und rehabilitativer Interventionen. Die Sport-/Bewegungstherapie übernimmt hierbei zunehmend die Schlüssel- und Vermittlerfunktion zwischen der Klinik und dem ambulantem Bereich sowie der Therapie und dem eigenverantwortlichen gesundheitsorientierten Verhalten und der Lebensgestaltung des Patienten.

Die Aufgaben der Sport-/Bewegungstherapie bestehen im Wesentlichen aus drei Schwerpunkten:

  1. Wiederherstellung, Erhalt und Stärkung von Körperfunktionen und -strukturen einschließlich Ressourcen
  2. Hinführung zu und Bindung an regelmäßige körperlich-sportliche Aktivität
  3. Minderung von Beeinträchtigungen sowie Erhalt und Ausbau von Möglichkeiten im Bereich von Aktivitäten und Partizipation (Teilhabe am Berufsleben und Freizeit)

Ihre Aufgabe ist zudem die Vermittlung nicht nur von motorischen, sondern auch von kognitiven und sozial-affektiver Kompetenzen, die zu einer Verbesserung der Handlungs- und Sozialkompetenz der Betroffenen führen.

Definition

Die gängigste und bisher umfassendste Definition wurde 1986 von Mitgliedern des damaligen Deutschen Sporttherapeutenbunds (DSThB) verfasst und 1990 in geringfügig veränderter Form vom inzwischen umbenannten Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) bestätigt [Schüle, Deimel 1990].

Bewegungstherapie ist ärztlich indizierte und verordnete Bewegung, die vom Fachtherapeuten geplant und dosiert, gemeinsam mit dem Arzt kontrolliert und mit dem Patienten alleine oder in der Gruppe durchgeführt wird.“

Sporttherapie ist eine bewegungstherapeutische Maßnahme, die mit geeigneten Mitteln des Sports gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen kompensiert, regeneriert, Sekundärschäden vorbeugt und gesundheitlich orientiertes Verhalten fördert. Sie beruht auf biologischen Gesetzmäßigkeiten und bezieht besonders Elemente pädagogischer, psychologischer und soziotherapeutischer Verfahren ein und versucht, eine überdauernde Gesundheitskompetenz zu erzielen.“

Wo arbeiten Sport-/BewegungstherapeutInnen

Die Tätigkeitsfelder von Sport-/BewegungstherapeutInnen sind umfangreich. Sie arbeiten vorwiegend in der sogenannten „Komplextherapie“, das bedeutet, sie sind in einem interdisziplinären Rehabilitationsteam in einer ambulanten medizinischen oder stationären Rehabilitationseinrichtung beschäftigt. Dazu zählen:

  • (Akut-)Krankenhäuser
  • Reha-, Kurkliniken
  • Ambulante Rehazentren
  • Therapiezentren
  • Reha-Sport
  • Pflege

Darüber hinaus arbeiten sie in

  • Vereinen
  • Verbänden
  • Betrieben
  • Krankenkassen
  • Berufsgenossenschaften

oder auch im Bereich der Prävention in

  • Fitness- und Gesundheitszentren
  • (Kur-)Hotels
  • Sporttourismus
  • Beratungsstellen