Helmut-Wölte-Preis für Psychoonkologie an Initiative: „Über den Berg – Krebspatienten wandern in ihr Neues Leben“
22.06.2009 Der Helmut-Wölte-Preis für Psychoonkologie wurde in diesem Jahr an das Projekt „Über den Berg – Krebspatienten wandern in ihr Neues Leben“ vergeben. Das Projekt steht unter der Leitung von Dr. Freerk Baumann vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Sporthochschule Köln. Dr. Freerk Baumann ist seit September 2008 Vorstandsmitglied beim Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) und beschreitet neue Wege im Kampf gegen den Krebs.

Die Helmut-Wölte-Stiftung leistet mit der Verleihung des Preises einen Beitrag zur Unterstützung des Projektes, so dass für viele betroffene Patienten die Durchführung und Evaluation der Aktivitäten weiter gewährleistet sind. Das ausgezeichnete Projekt „Über den Berg“, das einen innovativen bio-sozialen Ansatz vertritt,  untersucht und fördert die gesundheitlichen Effekte von Wandern auf die Krankheitsbewältigung onkologischer Patienten.

„Über den Berg – Krebspatienten wandern in ihr Neues Leben“ – diese Initiative will durch eine aktive Krankheitsbewältigung das Vertrauen in den eigenen Körper stärken und damit langfristig und nachhaltig die Lebensqualität der Krebskranken verbessern.

Nach der Diagnose Krebs und selbst nach erfolgreicher Behandlung der Erkrankten fällt es den Betroffenen schwer, zurück in den Alltag zu finden. Angst, Hilflosigkeit, Trauer und Unverständnis sind ständige Begleiter der Betroffenen und die Gefahr ist groß, durch die erfahrene Unsicherheit körperlich inaktiv zu werden. Die abnehmende Aktivität wiederrum führt zu einer Verschlechterung des Leistungszustandes und damit Minderung der Lebensqualität. Studien zeigen, dass Krebspatienten in der Nachsorge ihrem Körper und ihrer Zukunft wenig vertrauen.   

Dr. Freerk Baumann hat mit seinem Team Wandern als optimale Strategie genutzt, diese Probleme zu bewältigen. In Form eines moderaten Ausdauertrainings kommt es zu fördernden Begleitumständen:  Auseinandersetzung mit der Witterung und körperlicher Belastung, Überwindung von Schwierigkeiten im Gelände, psychisch erholsamen Einflüsse, der Abbau von Stresszuständen und der kommunikations- und kontaktfördernde Wert des Wanderns. Das Projekt schafft es, den Auswirkungen der Krebserkrankung wie auch den Nebenwirkungen der medizinischen Therapie zu begegnen.

Besonders die Bewegung in der Natur hat einen intensiven und heilsamen Effekt auf die Psyche und das Wohlbefinden. Viele Studien belegen immer deutlicher die Bedeutung von Sport in der Krebsnachsorge für eine „‘Normalisierung“ der persönlichen Situation und zur Minimierung der  Rückfallquote in die Erkrankung.

Bei dem dritten und jüngsten Projekt der Initiative führten sieben Prostatakrebspatienten eine Alpenüberquerung durch. Sie wanderten innerhalb von fünf Wochen 520 km von München nach Venedig. Nach der Wanderung konnten signifikante Verbesserungen in Teilbereichen der Lebensqualität festgestellt werden.

Das langfristige Ziel der Initiative ist eine Vernetzung der umfangreichen Wander- und Bewegungsangebote als ständiges Programm in psychoonkologischen Institutionen. Die preisgekrönte Initiative „Über den Berg – Krebspatienten wandern in ihr Neues Leben“ bindet ausschließlich Patienten in der Nachsorge in die Projekte ein.