Anbieterdatenbank DVGS am Netz

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Ab 01.04.2013 wird die DVGS Datenbank zur Anbieterqualifikation im Gesundheitswesen den Leistungserbringern und Leistungsträgern sowie Fach- und Hochschulen zur Benutzung bereitgestellt.

Gesundheitspolitischer Hintergrund

Die Veränderung der Demografie in Deutschland bringt einen eminenten Wandel der gesundheitlichen und beruflichen Lebenswelten mit sich: die Menschen werden immer älter, die Multimorbidität steigt, die Arbeitslebenszeit verlängert sich, die Nachfrage nach Leistungen des Gesundheitswesens steigen, um nur einige Aspekte zu nennen. Weiterhin bedingen heutzutage Bewegungsmangel, Fehlernährung und Lebensstile eine Reihe an Krankheiten. Dieser Ausschnitt zeigt jedoch bereits, welche Aufgaben dem Gesundheitswesen in Zukunft bevorstehen. Dadurch werden die Aufgaben der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation sich nicht nur verändern sondern auch an Bedeutung gewinnen. Dies stellt eine Herausforderung für alle Beteiligten dar.

Aufgrund dieser Problematik müssen sich ausgebildete Bewegungsfachkräfte und Gesundheitsberufe höheren Qualifikationsanforderungen stellen. Gerade bei älteren Menschen führt die Zunahme der Mehrfacherkrankungen zu weiteren Einschränkungen (z.B. Immobilität, Probleme in der Alltagsbewältigung, Sturzgefährdung, Verminderung der Lebensqualität, psychische Belastungen, etc.), die es zu berücksichtigen gilt. Es müssen Interventionsmaßnahmen getroffen werden, die sich am gesamten Lebenskontext sowie dem physischen und psychischen Gesundheitszustand des Betroffenen und dessen zur Verfügung stehenden Ressourcen orientieren. Hieraus ergibt sich die Dringlichkeit biopsychosozial ausgerichtete Interventionen nach dem Vorbild der ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health der WHO) durchzuführen.

Die notwendigen funktionellen, psychosozialen und pädagogischen Maßnahmen beruhen dabei auf inhaltlichen Zusammenhängen der Medizin, Gesundheits- und Rehabilitationswissenschaften sowie der originären Sport -, Bewegungs- und Trainingswissenschaften. Eigene praktische Erfahrungen der Bewegungsfachkräfte im Umgang mit körperlicher Aktivität, Bewegung und Sport sind für die Durchführung von ganzheitlichen Interventionen (d.h. mehrdimensionaler Zugang, Gruppenverfahren, Bindung an körperliche Aktivität, Vermittlung von Handlungs - und Sozialkompetenz zur Hinführung zu einem Selbstmanagement der Teilnehmer von Programmen, etc.) unabdingbar. Nur so können gesundheitspädagogische und gesundheitspsychologische Grundlage erlangt und später vermittelt werden. Zur Erfüllung der an die Leistungserbringer gestellten Anforderungen (u.a. eine effiziente, effektive und flächendeckende Versorgung) werden dazu multiprofessionelle und multiqualifizierte Fachkräfte benötigt.

Diesen Anforderungen stehen neue akademische und nichtakademische Ausbildungen in Gesundheit, Bewegung und Sport gegenüber. Im Zuge der Bologna-Vorschriften wurde eine Vielfalt von akademischen Ausbildungsgängen (z.B. Bachelor of Arts, Master of Science, etc.) geschaffen. Zusätzlich sind frühere Absolventen (z.B. Diplom, Magister, etc.) die neben nichtakademischen Fachschulabsolventen (z.B. Gymanstikleher/-in) im Gesundheitswesen tätig.
Für die Leistungserbringer und Leistungsträger ergeben sich daraus Schwierigkeiten, die formale Eignung von Auszubildenden nach Vorgaben der Anbieterqualifikationen für die Prävention (§20 und §20a SGB V), ergänzenden Leistungen (§43 SGB V), Rehabilitationssport und Funktionstraining (§44 SGB IX) sowie der ambulanten und stationären Rehabilitation festzustellen. Die entstandenen Ausbildungen sind durch die Modularisierung heterogen, intransparent und schwer mit früheren Abschlüssen zu vergleichen. Zudem sind die ausbildungsbegleitenden Fort - und Weiterbildungsmöglichkeiten der Bildungsträger voneinander abweichend.

Was leistet die Datenbank zur Anbieterqualifikation im Gesundheitswesen?

Die Entwicklung der Datenbank zu Anbieterqualifikationen durch den DVGS mit Unterstützung der dvs-Komission Gesundheit soll einen Beitrag zur übersichtlichen Darstellung der zu erwerbenden Qualifikationen in den einzelnen Ausbildungsgängen von Hoch- und Fachschulen im Bereich Gesundheit, Bewegung und Sport leisten. Damit kann ein Vergleich der Ausbildungsgänge vorgenommen werden und gleichzeitig die Inhalte der Ausbildungen als Voraussetzungen zum Erlangen bestimmter Anbieterqualifikationen überprüft werden. Die Aufschlüsselung dieser Qualifikationsmöglichkeiten alter und neuer Ausbildungsgänge (akademische und nichtakademische) ermöglicht eine Transparenz für Leistungsträger und Leistungserbringer. Für Leistungsträger liegen z.B. Informationen zu Zeugnisabschlüssen und der sich daraus ergebenden Befähigung für entsprechende Tätigkeitsfelder vor (Abb. 1).
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Leistungserbringer erhalten z.B. Auskunft, welchen Absolventen die für die Einrichtung benötigten Anbieterqualifikationen mitbringen (Abb. 2).
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Die Überprüfung und Sichtung der Ausbildungsgänge dient zur Bestimmung der Eignung der Ausbildung und der Eignung zur Programmdurchführung nach dem Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes, den Qualifikationsanforderungen – Übungsleiter/-in Rehabilitationssport der BAR und den Vorgaben aller Leistungsträger zur Strukturqualität in der stationären und ambulanten medizinischen Rehabilitation.

Der DVGS ermöglicht allen Ausbildungsstätten die Aufnahme in die Datenbank. Es ist jedoch nicht realisierbar, alle entsprechenden Einrichtungen zu erfassen (Abb. 3).
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Zu den nicht aufgeführten Ausbildungsgängen können keine Aussagen über die Inhalte und deren Qualität getroffenen werden. Die Ausbildungsgänge, die in dieser Datenbank erfasst werden, beinhalten die genannten Anbieterqualifikationen entweder direkt und komplett im Ausbildungsgang, durch schul- oder universitätsinterne Fort - und Weiterbildungen (Lizenz - und Zertifikatsinhalte) oder durch externe Ergänzung (verbandsinterne Lizenzinhalte, Zertifikatsinhalte). Der DVGS verständigte sich auf das Minimum von 10 ECTS (European Credit Points) Praxisanteile sowie 20 ECTS sport- und bewegungswissenschaftliche Theorie als grundsätzliche Befähigung zur Durchführung von Bewegungsinterventionen. Ein „Workload“ von einem 1 ECTS entspricht ca. 30 Stunden, die sowohl die Präsenzzeit in Lehrveranstaltungen als auch den Lern- und Prüfaufwand umfassen.
Begleitend zur Datenbank stehen den Leistungsträgern und Leistungserbringern für inhaltliche oder technische Fragen entsprechende Servicehotlines zur Verfügung. Web-Adresse: www.dvgs-anbieterqualifikationen.de

Kontakt:

Inhaltlich:
Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e.V.
Vogelsanger Weg 48
50354 Hürth-Efferen
Stephan Kerth
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