Durch gesellschafts- und gesundheitspolitische Veränderungen der Rahmenbedingungen entstehen für Berufe im Gesundheitssektor neue Herausforderungen und Anforderungen. Die Entwicklung der Gesellschaft hin zu einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft fordert auch vom Basisgeschäft des Gesundheitswesens die Erbringung persönlicher Dienstleistungen. Durch den demografischen Wandel,  das Ansteigen der chronischen Erkrankungen und die Zunahme von Multimorbidität geht es um eine Neuaufteilung der Aufgaben und Kompetenzen im Gesundheitswesen. Klar scheint, dass diese gesellschaftspolitischen Faktoren komplexere Anforderungen an die medizinische Versorgung stellen und sich die Medizinfachberufe den veränderten Qualifikationsanforderungen anpassen müssen.

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen liegen  in:

  • der demografischen Entwicklung
  • dem Panoramawandel der Krankheitsbilder
  • der Erhöhung des Grades an Multimorbidität
  • durch Zunahme bewegungsarmen Lebensstils
  • der zunehmenden Anerkennung biopsychosozialer Ansätze im Gesundheitswesen (ICF)
  • der Ökonomisierung des Gesundheitswesens: Kostendämpfung
  • bei Qualitätssicherung

Gesundheitspolitisch sind hieraus folgende Entwicklungen erfolgt:

  • Bezahlung nach Fallpauschalen ( Diagnosis Related Groups, DRGs)
  • Bevorzugte Behandlung chronisch Erkrankter (Disease Management Programme, DMPs)
  • Betriebswirtschaftliche Auslastung der Einrichtungen im Gesundheitswesen:
    Stationäre Einrichtungen bieten auch ambulante Abteilungen.
    Ambulante Einrichtungen öffnen sich für Selbstzahler (Fitnessklientel)
    Gesundheitszentren drängen in die Rehabilitation
    Krankengymnastische Praxen bieten zunehmend Prävention
    Akutkrankenhäuser bieten stationäre und ambulante Heilbehandlung sowie Gesundheitsförderung an
  • es verschiebt sich die Trennschärfe zwischen Rehabilitation und Prävention
  • es entsteht ein hoher Bedarf an mehrfachqualifizierten Bewegungsfachkräften

Gesundheitswissenschaftlich ist die epidemiologische Begründung und Evidenzbasierung der Sport- und Bewegungstherapie immer deutlicher.

Kostenträger erkennen so zunehmend die Bedeutung von Bewegung und Sport an sowie die Kopplung dieser Interventionen mit verhaltensorientierten Aspekten und die besondere Wirtschaftlichkeit der Sport- und Bewegungstherapie