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Bonn, 13.07.2011 Alle sind sich darin einig, dass es wichtig ist, Gesundheit zu fördern und Krankheiten vorzubeugen. „Deshalb“, so Helga Kühn-Mengel, die Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG), „begrüßen wir es sehr, dass sich der Bundestag noch vor der parlamentarischen Sommerpause mit dem Thema Prävention und Gesundheitsvorsorge befasst hat.“
In erster Lesung ging es hier am 1. Juli 2011 um die Anträge der Oppositionsfraktionen, die sich für eine deutliche Aufwertung der Vorsorge in der Gesundheitsversorgung stark machen und ein Präventionsgesetz verlangen. So fordert die SPD-Fraktion die Bundesregierung auf, eine umfassende Präventionsstrategie für den Bund zu entwickeln. Diese müsse unter anderem Gesundheitsförderung als vierte Säule neben Kuration, Pflege und Reha etablieren. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will Prävention und Gesundheitsförderung als Aufgabe in den Sozialgesetzbüchern verankern und neben der gesetzlichen auch die private Kranken- und Pflegeversicherung an der Finanzierung beteiligen. Ferner verlangen die Grünen von der Bundesregierung eine nationale Strategie für Prävention und Gesundheitsförderung mit dem Schwerpunkt Gesundheit und soziale Lage. Zur Abstimmung solle ein Bund-Länder-Arbeitskreis eingerichtet werden. Die Linke fordert, die Potenziale der Prävention zu erkennen und zu nutzen und Prävention und Gesundheitsförderung über die gesamte Lebensspanne zu stärken.
Auch die Koalitionsfraktionen haben das Thema Prävention auf ihre Agenda gesetzt. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP aus dem Jahr 2009 heißt es dazu: „Unsere Präventionsstrategie wird Vorhandenes bewerten und aufeinander abstimmen, nationale und internationale Erfahrungen und Erkenntnisse analysieren sowie auf bewährten Programmen und Strukturen auf bauen, diese
weiterentwickeln und sie in die Fläche bringen. Dazu bedarf es einer klaren Aufgaben- und Finanzverteilung
unter Berücksichtigung und Stärkung der vorhandenen Strukturen."
„Wir wissen inzwischen“, so Helga Kühn-Mengel, Präsidentin der BVPG, „dass sich durch gesünderes Essen, mehr Bewegung und weniger Stress und Aufregung eine ganze Reihe von chronischen
Krankheiten wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes – zum großen Teil zumindest – verhindern ließen.“ Und auch das Wohlbefinden und die Lebensqualität jeder und jedes
Einzelnen könnte durch mehr Gesundheitsförderung deutlich erhöht werden, so Helga Kühn-Mengel
weiter.
Im gesamten Alltag der Menschen müsse der pflegliche Umgang mit der eigenen Gesundheit und der Gesundheit der Mitmenschen ansetzen, hier müssen aber auch die angemessenen Rahmenbedingungen für „Gesundheit“ geschaffen werden: in der Familie, im Kindergarten, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Freizeit. Viele seien gefordert, präventives Denken und Tun immer wieder aufs Neue einzufordern und möglich zu machen: jede und jeder Einzelne, die Erziehungs- und Bildungskräfte,
der Sport, die Ärzteschaft und nicht zuletzt auch die Politik.
Unbenanntes Dokument
"Die Bundesvereinigung hat bereits im Jahr 2009 unter dem Titel ‚Potential Gesundheit' Empfehlungen
zur Weiterentwicklung von Gesundheitsförderung und Prävention in der 17. Legislaturperiode
vorgelegt", so Kühn-Mengel.
Die Empfehlungen lauten:
- Transparenz zu Prävention und Gesundheitsförderung erhöhen,
- Gesundheitsförderung und Prävention als durchgängiges Handlungsprinzip in allen Politikbereichen verankern,
- vorhandene Strukturen nutzen und weiterentwickeln,
- Qualität sichtbar machen – Wirksamkeit nachweisen – Zielorientierung verbessern,
- gesetzliche Regelungen schaffen und
- das Thema "Gesundheit" öffentlich diskutieren.
Die Empfehlungen werden getragen von insgesamt 130 Mitgliedsorganisationen, darunter vor allem Bundesverbände des Gesundheitswesens (wie z.B. die Bundesärztekammer, die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger sowie Verbände der Heil- und Hilfsberufe), aber auch Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Bildungseinrichtungen und Akademien, die einen Arbeitsschwerpunkt im Bereich "Prävention und Gesundheitsförderung" aufweisen.
Das "Potential Gesundheit" kann hier heruntergeladen werden.
Die Bundestagsdrucksachen zum Thema sowie den Koalitionsvertrag erhalten Sie hier:
17/5384 - Antrag SPD: Potenziale der Prävention erkennen und nutzen - Prävention und Gesundheitsförderung über die gesamte Lebensspanne stärken (PDF)
17/5529 - Antrag BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Gesetzliche Grundlage für Prävention und Gesundheitsförderung schaffen - Gesamtkonzept für nationale Strategie vorlegen (PDF)
17/6304 - Antrag Linksfraktion: Prävention weiter denken – Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe stärken (PDF)
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP – 17. Legislaturperiode – Wachstum. Bildung. Zusammenhalt.(PDF)
Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Dr. Beate Robertz-Grossmann, Stv. Geschäftsführerin der BVPG,
Tel.: 02 28 / 98 727 12, E-Mail: rg@bvpraevention.de
V.i.S.d.P.: Dr. Beate Robertz-Grossmann,
Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V., Heilsbachstraße 30, 53123 Bonn
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