|
Im Zuge der neuen universitären Ausbildungsgänge Bachelor / M aster erhalten Absolventen künftig die Möglichkeit, fehlende Studieninhalte per Zusatzqualifikation DVGS zu erwerben. Dies gilt auch für physiotherapeutische Studiengänge.
Es sind diese:
- psychosoziale Kompetenzen (60 UE / 4 ECTS)
- pädagogische Kompetenzen (120 UE / 8 ECTS)
Aus beiden Modulen (psychosoziales Modul plus pädagogisches Modul) setzt sich die neue DVGS-Stufe „Komplementärmodul“ zusammen.
Dabei ist:
- das psychosoziale Modul obligat für alle Sport- und Bewegungstherapeuten
DVGS ab 01.01.2013
- das pädagogische Modul ist obligat für Absolventen mit 10 ECTS Praxis (Ausbildung); das Modul entfällt für Absolventen mit 20 ECTS Praxis (Ausbildung)
Psychosoziales Modul in der Bewegungs- und Sporttherapie
In den letzten Jahren ist eine zunehmende Sensibilisierung für psychosomatische und somatopsychische Zusammenhänge zu beobachten. Insgesamt gilt, dass sich viele therapeutische Methoden künftig stärker an psychosomatischen Verständnismodellen orientieren werden.
Aktuelle Forschungsergebnisse – insbesondere aus den Neurowissenschaften – zeigen, dass für eine gelingende therapeutische Veränderung neben biologischen Faktoren vor allem auch störungs- und indikationsübergreifende psychologische Wirkmechanismen relevant sind, welche sich in der Sport- und Bewegungstherapie vorzüglich realisieren lassen.
Diese Veranstaltung vermittelt deshalb grundlegende psychosoziale Kenntnisse und Kompetenzen, die auf die bewegungs- und sporttherapeutische Praxis bezogen sind und die erfahrungsgemäß über die Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs an Fachschulen und an Hochschulen hinaus gehen. Es werden Schlüsselkompetenzen für die Bewegungs- und Sporttherapie in Richtung psychosoziale Selbst- und
PatientInnenwahrnehmung, Copingstrategien, sporttherapeutische Gestaltung gruppendynamischer Prozesse, Kommunikation und Verhaltensmodifikation befördert.
Alle Inhalte werden intermedial vermittelt durch Vorträge, Diskussionen, Kleingruppenarbeit, Wahrnehmungsübungen und Praxisbeispiele.
Inhaltsübersicht:
- Erkenntnishaltungen, Menschenbilder, Therapie-Ideen und ihre Bedeutung für die Bewegungs- und Sporttherapie
- Neurobiologie des Erlebens und Verhaltens – Neurobiologie, Psychosomatik und Verhaltensmodifikation – Konsistenz der Grundbedürfnisse – Schlussfolgerungen für die Bewegungs- und Sporttherapie
- Stress, Schmerz und Krankheit – Stressregulation und Copingstrategien in der
Bewegungs- und Sporttherapie
- Kommunikation und Gesprächsführung – Klientenzentrierung und andere hilfreiche Kommunikationsformen sowie „Drei therapeutische Prozess-Stufen“ in der Bewegungs- und Sporttherapie
- In-Kontakt-Kommen mit verschiedenen Persönlichkeitsstilen und Charakterstrukturen in der Bewegungs- und Sporttherapie – Selbst- und Personenwahrnehmung – Themenorientiertes Arbeiten in der Bewegungs- und Sporttherapie
- Arbeiten mit Gruppen und mit der Gruppendynamik in der Bewegungs- und Sporttherapie
- Entspannungsmethoden und Entspannungstechniken
NEU! Im Lehrgang erworben wird zusätzlich die DVGS-Lizenz „Entspannungsverfahren“ (abrechnungsfähig gem. SGB V §20). |