DAK Bewegungsprogramm sollte fester Bestandteil des strukturierten Behandlungsprogramms DMP für Patienten mit koronaren Herzerkrankungen werden
18.11.2010 Bewegung und Sport bei Koronarer Herzkrankheit mindert die Herzbeschwerden, fördert die Belastbarkeit im Alltag und verbessert die Motivation zur weiteren selbständigen Bewegung – zu diesen Ergebnissen kam eine vom DVGS initiierte und durchgeführten Evaluation des DAK-Bewegungsprogramms. „Körperliche Aktivität wird bisher in der Therapie von Herzkranken absolut unterschätzt. Schon eine Stunde Bewegung pro Woche hilft hingegen, Schmerzen zu verringern und die Körperfunktionen zu verbessern“, sagte Sportwissenschaftler Professor Gerhard Huber von der Universität Heidelberg bei einem Symposium in München.

In Kooperation mit dem DVGS und seinen besonders qualifizierten Sporttherapeuten wurde das Pilotprojekt zum Bewegungsprogramm in 17 Städten durchgeführt. Nach Auswertung der DAK-Bewegungsprogramm Studie mit wissenschaftlicher Begleitung im Rahmen des 10-wöchigen Kurses mit 226 Teilnehmern steht die Erkenntnis: Sowohl bei Schmerzen als auch bei den Körperfunktionen verbesserte sich der Zustand der Patienten um fast zwölf bzw. über acht Prozent, während die Werte in der Kontrollgruppe weitgehend konstant blieben. Deshalb sollte das DAK Bewegungsprogramm fester Bestandteil des strukturierten Behandlungsprogramms DMP für Patienten mit koronaren Herzerkrankungen werden.

Unter dem Motto „Gezielt bewegen. Fitness stärken“ bietet die DAK als erste Krankenkasse und in Kooperation mit dem DVGS ein biopsychosoziales, von Sportwissenschaftlern entwickeltes und durch qualifizierte Sporttherapeuten geleitetes Bewegungsprogramm an. Das evidenzbasierte und wissenschaftlich evaluierte Bewegungsprogramm wird bundesweit von hoch professionalisierten Sport- und Bewegungstherapeuten mit besonderer Lizenz durchgeführt, unter anderem in München, Bad Heilbrunn und Erlangen. An KHK-erkrankte Menschen sollen so durch Bewegung für die Therapie gestärkt und trotz der Erkrankung fit für den Alltag gemacht werden. Unter dem Leitsatz „Hilfe durch Selbsthilfe“ ist der DVGS als Partner der DAK für die Umsetzung und Qualifizierung der der Sporttherapeuten zuständig.

Die positive Wirkung von Bewegung und Sport auf vielzählige Krankheitsbilder ist unbestritten. Auch für Patienten mit koronaren Herzerkrankungen konnten wissenschaftliche Studien mit Ergebnissen wie Verbesserung der Lebensqualität und kardialen Funktionen die hohe Wirksamkeit der Bewegungstherapie belegen. Die Auswertung der Evaluation des DAK-Bewegungsprogramms unter Leitung von Prof. Gerhard Huber und Dr. Katharina Eckert zeigte, dass die gesundheitswirksame körperlichen Aktivität über die Zeit signifikant gesteigert werden konnte und im Bereich der motivationalen Selbstwirksamkeit positive Tendenzen erkennbar waren. „Dieser Begriff stammt aus der Gesundheitspsychologie und beschreibt die Fähigkeit, selbst etwas an seinem Zustand zu ändern. Entscheidend dafür sind Erfolgserlebnisse, die die Teilnehmer durch die verbesserte Leistungsfähigkeit spürten. Damit reduziert sich automatisch auch die Angst etwa vor einem Infarkt.“, so Gerhard Huber.

Im Zuge des Demografischen Wandels und aufgrund einer ungesunden Lebensführung durch hohen Tabak- und Alkoholkonsum, mangelnder Bewegung, ungesunder Ernährung und zunehmenden Stressfaktoren, ist eine Veränderung des allgemeinen Krankheitspanoramas von Infektionskrankheiten hin zu chronischen Krankheiten zu verzeichnen. Koronare Herzkrankheiten sind verantwortlich für den Tod von über 140.000 Menschen jährlich. Erst seit der gesetzlichen Einführung der strukturierten Bewegungsprogramme und Betreuungsnetze (DMP) sind diese alarmierenden Zahlen leicht rückläufig. Allein bei der DAK nahmen bisher 165.00 Patienten an dem DAK-Gesundheitsprogramm teil, woraufhin sich der Gesundheitszustand der Teilnehmer nachweislich verbesserte. Durch Maßnahmen des Programms wie kompetente ärztliche Beratung, Ernährungsschulungen, Maßnahmen zur Aktivierung von Bewegung oder die Wissensvermittlung zur Erkrankung und deren Folgen konnte das DMP-Programm den Patienten zu mehr Lebensqualität verhelfen.


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