Statuskonferenz BVPG „Gesund altern“: Spektrum möglicher Sturzpräventionsmaßnahmen ist breit und muss stärker publik gemacht werden
01.11.2010 Jedes Jahr stürzen in Deutschland zwischen vier und fünf Millionen ältere Menschen unbeabsichtigt. Nicht selten sind schwere Knochenbrüche, wie zum Beispiel eine Hüftfraktur die Folge. Solche Verletzungen sind für die Betroffenen oft mit langen Krankenhausaufenthalten und zunehmender Behinderung verbunden. Aus diesem Grund widmete sich die Statuskonferenz „Gesund altern“ der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) Mitte Oktober dem Thema „Sturzprävention“, das auch der Deutsche Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) als Schwerpunkt hat.
Aufgrund der Tatsache des schlechteren Sehens und der abnehmenden Muskelkraft nimmt die Sturzgefahr im Alter immens zu. Doch durch gezieltes Training mit alten Menschen können Stürze wirkungsvoll verhindert werden. Zu diesem Ergebnis kamen die rund 30 Organisationen, die sich über nationale und internationale Präventionsstrategien sowie praktische Präventionsmaßnahmen austauschen konnten.
Die Vertreter von Krankenkassen, Interessen- und Berufsverbänden sowie Bundesministerien und Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung zeigten auf, dass das Spektrum möglicher Präventionsmaßnahmen und bestehender Ansätze äußerst breit ist und eine verstärkte Strukturierung und Transparenz den Erfolg der Sturzprävention nachhaltig fördern kann. Um die Mitgliedsorganisationen der BVPG mit ihren Kompetenzen, Aktivitäten und Handlungsschwerpunkten zu verorten, und Vernetzungsmöglichkeiten finden zu können, will die Bundesvereinigung zur Bündelung von Ressourcen einen Überblick über die zahlreichen Präventionsangebote geben.
Zielsetzung der „Bundesinitiative Sturzprävention“ ist es, ein ambulantes Sturzpräventionsprogramm in Deutschland aufzubauen und evidenzbasierte Programme anzubieten. Daher setzt die Bundesinitiative auf eine breite Vernetzung und Einbindung wichtiger Akteure. Dr. Ellen Freiberger von der Universität Erlangen, Referentin des Curriculums „Sturzprophylaxe“ des DVGS und Mitglied der „Bundesinitiative Sturzprävention“ erkannte unlängst die wichtige Rolle der Berufsverbände: „Es wird zukünftig immens wichtig sein, flächendeckend zielgerichtete Sturzpräventionsprogramme anzubieten. Der DVGS mit seiner professionellen Struktur und dem, was er bieten kann, sind ganz wichtige Partner für uns. Wir müssen es erreichen, alle Berufsgruppen anzusprechen. Der DVGS war der erste Verband, der das Thema Qualitätskriterien durch eine Curriculum - Ausbildung in den Raum gestellt hat und heute zum Beispiel in der Trainerausbildung eine Vorreiterrolle spielt.“
Die Vorträge und Diskussionen der Statuskonferenz der BVPG, die im Haus der Bundesärztekammer in Berlin stattfand, wiesen ergebnisorientiert darauf hin, dass bereits bestehende Ressourcen des Gesundheits- und Sozialsystems besser genutzt werden sollten und dafür eine Bündelung der Aktivitäten und Vernetzung der Akteure der Sturzprävention immens wichtig sei. Weiterhin sollen künftig die bereits zahlreich vorhandenen Aktivitäten und Maßnahmen im Bereich der Sturzprävention zielgruppenspezifischer ausgerichtet sein und verstärkt auf Wirksamkeitsnachweise setzen. Generell sei es unabdingbar, dass öffentliche Bewusstsein für Stürze und das Interesse an Sturzprävention zu stärken.
Seit neuestem ist der DVGS Pate für das Wort „Sporttherapie“. Was eine Wortpatenschaft bedeutet und welche Aufgaben damit verbunden sind, lesen Sie hier.