 | |
Der Ehrenpräsident des Deutschen Verbandes für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS), Prof. Dr. Klaus Schüle, hat bei der Umsetzung der Bologna-Beschlüsse die Einheitlichkeit an den sportwissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland angemahnt. Aus seiner Sicht gäbe es zu viele Abweichungen bei der Entwicklung der zwischen 29 europäischen Staaten verabredeten Bachelor- und Masters-Studiengänge.
„Es gib sogar ein Diplom/Master oder Magister/Master, was nicht sein darf“, sagte Prof. Dr. Schüle in seinem Grußwort auf der Jahrestagung der Kommission Gesundheit bei der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) im Oktober in Vechta. In Bologna hatten sich 1999 die 29 europäischen Länder unter anderem auf die beiden einheitlichen Abschlüsse Bachelor und Master bis Ende dieses Jahres anstelle der bisherigen Abschlüsse Magister und Diplom geeinigt, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erreichen.
Noch immer ist diese Umsetzung nicht an allen Universitäten und Hochschulen vollständig abgeschlossen. Es gibt auch viele neue eigene universitäre Regelungen. Mit den Bologna-Beschlüssen sollen die Beschäftigungsfähigkeit innerhalb der beteiligten Staaten, die internationale Konkurrenzfähigkeit und die Mobilität innerhalb von Europa gefördert werden.
Auch auf die Weiterentwicklungen der Studiengänge zur Steigerung der Qualität wies Prof. Dr. Klaus Schüle hin. Nicht nur bei den Formalien würde manches nicht stimmen, auch bei den Inhalten gäbe es noch Abweichungen in Europa, die eine gegenseitige Anerkennung der Studieninhalte erschwere. Zudem wies er darauf hin, dass nicht nur die neuen Modulinhalte und Modulgestaltungen der neuen BA- und MA-Studiengänge intransparent und nicht vergleichbar seien, sondern das die Titel der Urkunden zusätzliche Verwirrung für Kostenträger und Arbeitgeber erzeugten.
Der DVGS hatte sich in Vechta erstmals als Kooperationspartner aktiv an der Jahrestagung der dvs-Kommission Gesundheit beteiligt und einen Arbeitskreis selbst organisierte. In diesem Kreis informierte der Verband unter den Schlagworten „Professionalisierung und Qualitätssicherung“ über den Arbeitsmarkt Gesundheitswesen, der sich im Zuge des Megatrends „Gesundheit“ zu einem der größten Arbeitsmärkte in Deutschland entwickele. Nicht zu Unrecht würde von einer „Lokomotive Gesundheit“ gesprochen, wovon auch viele qualifizierte Bewegungsfachkräfte profitieren würden.
Die Steigerung und Sicherung der Qualitätsstandards im Gesundheitswesen aus den verschiedensten Blickwinkeln stand im Mittelpunkt der Jahrestagung „Qualität im Handlungsfeld Sport und Gesundheit“. „Berechtigterweise wird in der Wissenschaft, aber auch bei den Kostenträgern im Gesundheitswesen verstärkt darauf geachtet, dass diese Qualitätsstandard eingehalten werden“, sagte Prof. Dr. Alexander Woll (Universität Konstanz) als Kommissionssprecher nach der 2-tägigen Tagung an der Hochschule Vechta. „Umso wichtiger war es hier zu erfahren, welche Bedeutung das Kriterium Qualität mittlerweile bei den vorgestellten Sport- und Bewegungsprojekten besitzt.“
|