Auf die Bewegung kommt es an! Lehrbuch „Diabetes und Bewegung“ erscheint im Juli
27.05.2010 Diabetes Typ 2 und Sport – das ist kein Widerspruch, sondern die Chance, gerade den Verlauf der Erkrankung durch eine Verbesserung des Zuckerstoffwechsels positiv und entscheidend zu beeinflussen. Vorrausichtlich Anfang Juli erscheint zu diesem Thema das Lehrbuch: „Diabetes und Bewegung. Grundlagen und Module zur Planung von Kursen“ von Prof. Dr. Gerhard Huber (Heidelberg). Unter Mitarbeit der DVGS-Geschäftsführerin Angelika Baldus zeigt das Lehrbuch auf, wie es gelingen kann, regelmäßige körperliche Bewegung als integralen Bestandteil der Therapie des Typ 2-Diabetes zu etablieren. „Das Buch verbindet aus der bewegungswissenschaftlichen Perspektive die vorliegenden wissenschaftlichen und konzeptionellen Erkenntnisse der Medizin und der Psychologie mit den bisher häufig stark vernachlässigten Aspekten der menschlichen Bewegung.“, so Prof. Dr. Gerhard Huber.
Das Kurskonzept „Diabetes und Bewegung“ befasst sich mit den Potentialen der körperlichen Aktivität bei diabetischen Erkrankungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Prävention und Rehabilitation des Diabetes Typ 2. Ausgehend von der Darstellung der Epidemiologie der Erkrankung, den diagnostischen Verfahren sowie den Ursachen, Symptomen und Spätfolgen des Diabetes wird die besondere Bedeutung der Bewegung herausgearbeitet.
Im Mittelpunkt steht dabei ein modulares evidenzbasiertes Bewegungsprogramm. Da es häufig den übergewichtigen Diabetes-Typ-2-Erkrankten an Wissen und Ausdauer mangelt, eine gesündere Lebensweise anzunehmen, enthält es neben den praktisch orientierten Handlungsmodulen auch solche zur Wissensvermittlung, zur Motivationsförderung und zur Schaffung einer langfristigen Bindung an körperliche Aktivität. Das Buch wendet sich an Fachpersonal wie Sporttherapeuten und interessierte Betroffene.
Prof. Dr. Gerhard Huber betont, dass die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen und Professionen benötigt wird, um zukünftig nicht nur effektiv, sondern auch effizient zu agieren: “Mit dem vorliegenden Buch sollen einseitige und nur kurzfristig wirksame Konzepte durch ein umfassendes, interdisziplinäres und bewegungsorientiertes Programm abgelöst werden. Nur durch eine nachhaltige Umstellung des Lebensstils ist ein langfristiges Management des Diabetes möglich.“
Prof. Dr. Gerhard Huber führte bereits im vergangenen Jahr an der Universität Heidelberg eine Studie zum Zusammenhang von Bewegung auf das Wohlbefinden von an Diabetes-Typ-2- Erkrankten durch. Im Rahmen der Untersuchung nahmen etwa 250 Diabetiker in neun deutschen Städten einmal wöchentlich an Bewegungskursen teil. Die positive Wirkung von Bewegung und Sport zeigte sich schon nach kurzer Zeit: Bereits nach zehn Wochen stieg die allgemeine Leistungsfähigkeit der an Diabetes-Typ 2-Erkrankten von 30 Prozent auf über 50 Prozent vom Normwert in der entsprechenden Altersgruppe.
Mit dem Gesundheitsprogramm „Dem Diabetes davon laufen“ reagierte die DAK auf die Ergebnisse der Studie. Auch die DAK-Bewegungskurse, die den für die Diabetes-Versorgung wichtigen Baustein Bewegung mit einem ganzheitlichen Ansatz als ergänzende Leistung zum DAK-Gesundheitsprogramm aufgreifen, bestätigten die erwartete positive Wirkung auf die körperliche Verfassung der Teilnehmer. Die Ausdauerleistung von Diabetes-Patienten stieg nach zehn Wochen um 50 Prozent. Das Bewegungskonzept wurde in Kooperation mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) erarbeitet.
Seit neuestem ist der DVGS Pate für das Wort „Sporttherapie“. Was eine Wortpatenschaft bedeutet und welche Aufgaben damit verbunden sind, lesen Sie hier.
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