Ermutigende Ergebnisse der Evaluationsstudie des peb-Programms „gesunde kitas – starke kinder“
03.02.2010 Wie wichtig ist die ganzheitliche Gesundheits- und Bildungsförderung in den KiTas für die Zukunft unserer Kinder? Der Abschlussbericht der Evaluierung des Pilotprojektes „gesunde kitas – starke kinder“ zeigt, dass es an den ca. 50 Piloteinrichtungen gelungen ist, eine ganzheitliche Gesundheitserziehung mit ihren Grundkomponenten Ernährung, Bewegung, Entspannung und Gesundheitsdialog mit den Eltern im KiTa-Alltag und der pädagogischen Arbeit zu verankern.
Ab dem Kindergartenjahr 2007/2008 wurden im Rahmen des Pilotprojektes KiTas dabei unterstützt, die pädagogischen Fachkräfte für eine nachhaltige Gesundheitsförderung zu motivieren. Der KiTa-Bereich ist der geeignete Ansatzpunkt für die Übergewichtsprävention, denn je früher Kinder Übergewicht entwickeln, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dieses ein Leben lang beibehalten. Da in KiTas unmittelbar Einfluss auf den Ernährungs- und Bewegungsalltag der Kinder genommen werden kann, baut die „Plattform Ernährung und Bewegung e.V.“ die drei Säulen für einen gesunden Lebensstil „Ernährung, Bewegung und Entspannung“ dort auf und aus und unterstützte sie vor Ort bei der Entwicklung individueller Praxiskonzepte. Zum Projektstart beteiligte sich jede KiTa an einem Workshop, bei dem gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften ein passgenaues Konzept mit klaren Projektzielen erarbeitet wurde. Während der mehrmonatigen Einführungsphase wurde jede KiTa durch einen Coach persönlich begleitet. Alle beteiligten KiTas wurden bei Vernetzung mit den örtlichen Kooperationspartnern sowie der Öffentlichkeitsarbeit aktiv unterstützt.
Wie stellen sich die gesundheitsbezogenen Gegebenheiten in den Piloteinrichtungen dar im Vergleich zu Vergleichseinrichtungen, die nicht an dem Pilotprojekt teilgenommen haben? Eine wichtige Erkenntnis nach Umsetzung des Projektes ist die, dass sich nach Auskunft der pädagogischen Fachkräfte aus den Piloteinrichtungen die Qualität in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung sowie Gesundheitsdialog mit den Eltern insgesamt zwischen rund 10 und rund 25 Prozentpunkten erhöht hat. Am stärksten verbesserte sich die Qualität des Bereiches Entspannung, der vor Durchführung des Projektes auch am niedrigsten eingeschätzt wurde. Aufgrund des hohen Ausgangswertes verbesserte sich die Qualität im Bereich Bewegung am geringsten. Auffällig war zudem, dass während der Untersuchungszeit in den beteilten KiTas häufiger Angebote in den o.g. Projektbereichen entwickelt wurden als in den Vergleichseinrichtungen. Das gilt vor allem für die Bereiche Ernährung und Entspannung.
Die pädagogischen Fachkräfte in den Piloteinrichtungen sehen die Umsetzung der Einzelkriterien nach Abschluss des Programms als in hohem Grade erreicht an. Bezogen auf alle vier Bereiche haben sie die zugrundeliegenden Kriterien im Kindergartenalltag besser umgesetzt als das in den Vergleichseinrichtungen ohne das Programm „gesunde kitas - starke kinder“ der Fall ist.
Grundlegende Einstellungen und Gewohnheiten für gesundes Verhalten entwickeln sich bereits in den ersten Lebensjahren. Daher sind diese Jahre entscheidend für die Prävention von Übergewicht und die Vermittlung eines gesunden Lebensstils. Die guten Ergebnisse des peb-Programms fordern dazu auf, die Verbreitung des Programms fortzusetzen. In der Auswertung der Studie wird empfohlen, weiter Instrumentarien zu entwickeln, dass diese und ähnliche Programme zur Prävention von Übergewicht und der Vermittlung eines gesunden Lebensstils dauerhaft und auf hohem Niveau in den Alltag der Kindertageseinrichtungen integriert werden.
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