Die Anforderungen an die moderne Sporttherapie sind nicht zuletzt aufgrund
des demografischen Wandels und der Zunahme von degenerativen und chronischen
Erkrankungen stark angestiegen. Weg von passiven therapeutischen Verfahren
müssen Sporttherapeuten heute ihre Patienten zur regelmäßigen, selbstgesteuerten
Bewegung aktivieren und hin zu einer umfassenden Verhaltensänderung führen.
Hierfür gilt es für jeden Sporttherapeuten, den eigenen Weg zu finden, sich auf
dem facettenreichen Gesundheitsmarkt zu etablieren. Ob selbstständig,
Berufseinsteiger oder Leiter einer Klinik: Auf dieser Seite werden
Sporttherapeuten unterschiedlicher Bereiche und ihr beruflicher Entwicklungsweg
vorgestellt.
Martin Steinau ist Vorsitzender des DVGS und weiß, dass sich
das (Selbst-)Verständnis des Sporttherapeuten hinsichtlich der Arbeit mit den
Kunden sowie der Rolle des anerkannten Partners im Gesundheitswesen in den
letzten Jahren verändert hat. „Um dem Patienten die Teilhabe am Lebenskontext zu
gewährleisten, ist mehr notwendig als eine nur funktionell, somatisch
ausgerichtete Intervention und damit mehr als die Durchführung einer
Funktionsgymnastik. Gefordert ist die Umsetzung von Inhalten, die Wissen sowie
selbstbestimmtes Gesundheitshandeln ermöglichen und die die dafür erforderlichen
Emotionen aufbauen.“, so Steinau, der sich mit dem DVGS als wichtiger Gestalter
und Netzwerkpartner innerhalb der Erstellung und flächendeckenden Umsetzung von
qualitätsgesicherten verhaltensorientierten Bewegungsprogrammen
sieht.
Die Zunahme eines bewegungsarmen Lebensstil, die
demografische Entwicklung, die Erhöhung des Grades an Multimorbidität oder die
Ökonomisierung des Gesundheitswesen mit der Kostendämpfung bei der
Qualitätssicherung sind einige der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die
hohe Anforderung an die Sporttherapie und den Sporttherapeuten stellen. Immer
mehr an Bedeutung gewinnt in diesem Kontext die zunehmende Anerkennung des
bio-psycho-sozialen Erklärungsansatzes von Gesundheit- und Krankheit, die u.a.
auch in der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeiten (ICF)
ausgedrückt werden. „Es werden Therapeuten mit einer Doppelqualifikation
benötigt: Fertigkeiten und Kenntnisse der Medizin und Trainingswissenschaft –
aber insbesondere auch der Pädagogik.“, betont Martin Steinau. Nach
Ausbildungsabschluss zum Sportpädagogen und Sportwissenschaftler können diese
Mehrfachqualifikationen in der Weiterbildung zum Sport- und Bewegungstherapeuten
DVGS erworben werden.
„Die Bedeutung des DVGS innerhalb der Ausbildung zum Sport-
und Bewegungstherapeuten hat sich gewandelt. Trat der Verband früher selbst als
Veranstalter von Fort- und Weiterbildungskursen auf, so sieht er jetzt seine
förderlichste Aufgabe darin, mit und für seine Partner Qualitätsraster zu
erstellen und bei deren Umsetzung zu helfen.“, erklärt Martin Steinau die
Position des DVGS bei der Ausbildung von Sporttherapeuten.
Der DVGS verfügt über ein gewachsenes, stabiles
Verbindungsnetz mit den Säulen Konzeption durch erfahrene Therapeuten,
Sportwissenschaftler und Projektentwickler, Durchführung durch die
qualifizierten Sport- und Bewegungstherapeuten und der Säule Evaluation mit dem
Partner an den Hochschulen. Getragen werden die Maßnahmen zur Prävention und
Rehabilitation u.a. von den Rentenversicherungsträgern und den Krankenkassen.
Seit neuestem ist der DVGS Pate für das Wort „Sporttherapie“. Was eine Wortpatenschaft bedeutet und welche Aufgaben damit verbunden sind, lesen Sie hier.
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