DAK-Studie: Bewegungsprogramme für Typ-2-Diabetiker dringend notwendig
29.06.2009

Körperliche Aktivität ist die beste Diabetesprävention. Eine aktuelle Studie des DVGS von Prof. Gerhard Huber zum Thema „Bewegungstherapie im Disease Management Programm / Typ 2 Diabetiker“ für die DAK rät Bewegungsprogramme dringend an. In einem Zeitraum von drei Monaten wurden an 14 Standorten u.a. in Heidelberg, Hamburg, Erlangen und München mit insgesamt 248 Teilnehmern 54.560 Einzeldaten erfasst. Die Ergebnisse belegen die Effektivität der Programme und zeigen, dass ein strukturiertes Bewegungsprogramm die körperliche Rollenfunktion, die Ausdauerfähigkeit und den Umfang der körperlichen Aktivität deutlich verbessert.

 

Diabeteserkrankungen, überwiegend ausgelöst durch Bewegungsmangel und Fehlernährung,  haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Im Jahre 1998 gab es circa 4,5 Millionen „zuckerkranke“ Menschen in Deutschland, seitdem ist die Anzahl der Erkrankten stetig gewachsen und hat sich bis heute verdoppelt. Die Studie wurde mit dem Ziel durchgeführt, zu beweisen, dass Bewegungsprogramme die Lebensqualität der Betroffenen verbessern und zur Vermeidung und Reduktion der Spätfolgen führen.

 

Das Programm ergab zudem, dass der Gesundheitszustand und die Selbstwahrnehmung ihres Krankheitsbildes der Typ-2-Patienten erschreckend schlecht sind. Dabei stießen die Bewegungsprogramme auf eine rege Resonanz und hohe Teilnehmerzufriedenheit. Überraschend musste festgestellt werden, wie wenig die Patienten über ihre eigene Krankheit, dem Umgang mit Insulin, Bewegung als Therapiemöglichkeit und eine gesunde Ernährung wissen. So ist ein Großteil der Patienten nicht dazu in der Lage, eigenständig ihren Insulinwert ermitteln. Auffällig in den Gruppen ist auch der hohe Multimorbiditätsfaktor:  Viele der Teilnehmer leiden so beispielsweise unter Diabetes mit Asthma, müssen Betablocker einnehmen oder mussten bereits amputiert werden.

 

Neben der ausgeprägten Multimorbidität ist auch eine Dominanz der Pharmakotherapie zu verzeichnen. So stehen 86 Prozent der Patienten unter Dauermedikation, 24 Prozent von ihnen sind insulinpflichtig. Als stärkster auslösender Faktor der Erkrankung wirkt Adipositas, was darauf schließen lässt, dass Bewegung als Therapieform bisher zu wenig und wenn, dann zu spät angewandt wird. Dabei hat ein strukturiertes Bewegungsprogramm deutliche Auswirkungen auf die körperliche Fitness der Teilnehmer. Waren die Werte der Ausdauerleistungsfähigkeit zu Beginn der Studie fast überwiegend schwach bis sehr schwach, konnte sich dieser Wert klar verbessern. Auch die BMI-Werte der Teilnehmer sanken durchschnittlich von 30,8 auf 29,4. Eine finnische Diabetes Präventionsstudie ergab, dass das Erkrankungsrisiko der Kontrollgruppen bei frühzeitiger Intervention  um 58 Prozent gesenkt werden konnte.

 

Als prägnanteste Ergebnisse der DAK-Studie stehen zu Buche, dass bei bestehender Krankheit gezielte körperliche Aktivität die Blutzuckerwerte senken und kardiovaskuläre Risikofaktoren verbessern. Die Lebensstiländerung durch mehr Aktivität im Alltag optimiert die gestörte Glykosetoleranz und reduziert das Risiko für Sekundärerkrankungen.

 

Für die Kasse bedeuten diese Erkenntnisse, dass durch Prävention, frühzeitigem Ansprechen der Versicherten bereits bei gestörter Glykosetoleranz, einer dauerhaften Behandlung mit Bewegungsprogrammen und Vernetzung mit weiterführenden Angeboten ein Großteil der Kosten eingespart werden können. Deutschlandweit sind beispielsweise ca. 8 Prozent der Versicherten an Diabetes erkrankt und verursachen anfänglich 12 Prozent der Gesamtausgaben. Durch mehr Bewegung im Alltag verbessert der Versicherte seine körperliche Fitness und Lebensqualität.


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